Stadtteil im  Ortsamt Altstadt, ist praktisch identisch mit dem "statistischen Stadtteil" 05 Friedrichstadt sowie mit der Gemarkung Friedrichstadt. Die vom Dresdner Hof gegründete Vorstadt gehört seit 1835 direkt zur Stadt Dresden.

Geschichte
Auf dem Gebiet der heutigen Friedrichstadt wird 1206, also zeitgleich mit Dresden, ein Dorf Ostra erwähnt. Zunächst dem Bischof zu Meißen unterstellt, kam es später unter kurfürstliche Verwaltung. 1568 wurde das Dorf von Kurfürst August aufgelöst, um an seine Stelle ein Vorwerk zur Versorgung des Hofes zu gründen, Die Bewohner mussten umsiedeln und wurden mit Ländereien in der Nähe von Leubnitz entschädigt, ihren neuen Ort nannten sie Neu-Ostra. Der elbnahe Teil wurde zu einem Tiergehege umgestaltet, für den sich bis heute der Name Ostragehege eingebürgert hat. Im südlichen stadtnahen Teil wurde als Handwerkersiedlung die Vorstadt Ostra angelegt, sie konnte sich aber nur schwer gegen den Widerstand der Dresdner Innungen durchsetzen. Durch Förderung des Hofes entstand 1678 eine Wollmanufaktur, 1718 die Wachsbleiche (ein Straßenname erinnert daran) und 1720 ein Brauhaus. 1730 wurde die Vorstadt in Friedrichstadt umbenannt, sie bekam ihr barockes Gepräge.

1736 wurde das Marcolini-Palais errichtet, aus dem später das heutige Krankenhaus Friedrichstadt hervorging. 1835 nach Dresden eingemeindet, veränderte der Stadtteil in der zweiten Hälfte des 19. Jh. durch Verkehrs- und Gewerbebauten sein Aussehen. Durch Stadtgesetz wurde er Industriebezirk, der Güterbahnhof wurde angelegt. Nach Verlegung der Weißeritz 1893 in Richtung Cotta entstanden die Großmarkthalle und die Zigarettenfabrik Yenidze. 1895 wurde der heute noch existierende Alberthafen angelegt. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Friedrichstadt schwere Zerstörungen, allerdings nicht so flächendeckend wie die benachbarte Altstadt. Durch Verfall der restlichen Bausubstanz während der DDR-Ära ging der geschlossene Charakter des Stadtteiles verloren, etliche Gebäude wurden abgerissen oder befinden sich noch heute in einem völlig desolaten Zustand. Trotz einiger Sanierungen zu Ende der DDR und in den Nachwendejahren konnte sich der Stadtteil noch nicht wieder von seinem Schattendasein erholen.

Ein Lichtblick ist das 1999 im Ostragehege auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofes errichtete neue Messegelände.

Die Friedrichstadt, die schon mehrfach von Hochwasser betroffen war, wurde im August 2002 durch die reisenden Fluten der Weißeritz und danach das Hochwasser der Elbe besonders schwer verwüstet. Ganze Straßenzüge standen mehrere Tage unter Wasser, das Krankenhaus war evakuiert, der Stadteil von der Außenwelt abgeschlossen.

ÖPNV einst & jetzt
Die Friedrichstadt wird durch 2 Straßenbahn- und 1 Buslinie gut erschlossen. Bis 1979 fuhr die Straßenbahn (Linie 2, später Linie 10) über die Flutrinne zur damaligen Endhaltestelle Schlachthof, seit 2011 verkehrt die Linie 10 wieder zum nun Messe Dresden genannten Endpunkt.

Bebauung & Wohnen
Die Friedrichstadt weist eine durch Kriegs- und Verfallslücken unterbrochene Blockrandbebauung auf. Von den wenigen erhaltenen typischen Vorstadtgebäuden, einigen interessanten Barockhäusern an der Friedrichstraße, über Gründerzeitblocks bis hin zu modernen Lückenschließungen findet man hier sämtliche Bauepochen der letzten 200 Jahre, inzwischen liegt von schick saniert bis total verfallen alles auf engstem Raum. Höhepunkt ist der alte Teil des Krankenhauses mit seiner Parkanlage und dem barocken Neptunbrunnen. Bemerkenswert ist auch die barocke Matthäuskirche.

Gesundheitswesen & Seniorenheime
Im Stadtteil liegt eines der beiden städtischen Krankenhäuser, welches neben einem barocken Palais auch vollkommen moderne Gebäude nutzt.

Kirchen & Religionsgemeinschaften
In der Friedrichstadt befinden sich die barocke Matthäuskirche sowie mehrere sehenswerte historische Friedhöfe.

Kultur & Freizeit Von Veranstaltungen in der Kuppel der Yenidze sowie etwas Stadtteilkultur (wie im "riesa efau") abgesehen, bietet die Friedrichstadt wenig kulturelle Höhepunkte. Am Rande der Friedrichstadt liegen die neuen Messehallen, wo gelegentlich auch Großveranstaltungen stattfinden.

Für historisch Interessierte sind sowohl der Friedhof an der Matthäuskirche wie auch der Alte Katholische Friedhof interessant.

Am Alberthafen kann man historische Krane, Schiffe und Bahnwaggons besichtigen.

Einkaufen & Einkehren
Es existieren nur wenige Geschäfte vorrangig entlang der Schäfer- und der Weißeritzstraße, letztere sehr durch das Hochwasser betroffen. Am Rande des Stadtteiles befindet sich in der ehemaligen Markthalle das Einrichtungshaus Domäne. Gaststätten gibt es kaum von Bedeutung über den Stadtteil hinaus, sieht man einmal vom traditionellen Cafè Friedrichstadt ab.

Lernen & Bilden

Die nächste reguläre Oberschule liegt in der Suedvorstadt, das nächste "normale" Gymnasium in Cotta.

Arbeiten
Neben dem Krankenhaus und dem Amtsgericht gibt es in der engeren Friedrichstadt nur kleinere Firmen und Büros. Auf dem Gebiet der Gemarkung Friedrichstadt liegen aber auch der
Güterbahnhof Friedrichstadt, der Alberthafen, die Messe Dresden, mehrere Bürokomplexe, ein größeres Pflegeheim sowie die Gewerbeansiedlungen an der Bremer Straße.

Nach der Wende bis Ende 2010 wurde das ehemalige Schreibmaschinenwerk als Technisches Rathaus genutzt. Heute sind die entsprechenden Ämter im World Trade Center beheimatet.


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