Stadtteil im  Ortsamt Plauen, aufgeteilt in die beiden "statisischen Stadtteile" 81 Südvorstadt-West und 82 Südvorstadt-Ost, er bildet den südlichen Teil der Gemarkung Altstadt II und gehört seit alters her zu Dresden.

Der nördliche Teil der Südvorstadt-West wurde vor der Zerstörung umgangssprachlich Schweizer Viertel genannt, diese Bezeichnung wird heute eher selten verwendet.

Geschichte
Auf dem Gebiet der heutigen Südvorstadt wurde 1315 bis 1449 ein Dorf Boskau erwähnt. Die älteste noch heute erhalten Straße ist der Zellesche Weg, der sich heute ab Bergstraße als Nürnberger Straße Richtung Nossener Brücke fortsetzt. Dieser Weg war die Verbindung Mönche des Zisterzienserklosters Altzella zu dem ihnen gehörigem Gut Leubnitz. Bis zur Aufhebung des Klosters 1540 wurden hier Ernteerträge des Leubnitzer Klosterhofes nach Altzella gebracht.

An einem alten Weißeritzmühlgraben befanden sich mehrere Mühlen und eine Brettschneiderei. Die bekannteste war die Kunadmühle, seit 1500 im Besitz der Familie Kunad, danach von Kurfürst August und von 1869 (?) bis 1894, wo sie dem Eisenbahnbau weichen musste, gehörte sie Traugott Bienert.
Die östliche Südvorstadt entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in geschlossener Bauweise, wurde aber 1945 fast vollständig vernichtet.

Das Gebiet der westlichen Südvorstadt hingegen wurde 1851 zum Baugebiet in offener Bauweise erklärt. Die dort entstandene Bebauung mit meist quadratischen Stadtvillen wurde im 2. Weltkrieg teilweise zerstört und ab den 1950er Jahren zusammen mit noch unbebauten Grundstücken in zurückgesetzter Blockrand- bzw. später auch in Zeilenbauweise ergänzt. Die Bebauung der Südvorstadt-West geht nahtlos in die des benachbarten Stadtteiles Plauen über.

ÖPNV einst & jetzt
Die Südvorstadt wurde bis 1945 durch mehrer Straßenbahnlinien duchfahren bzw. tangiert, so auf der Budapester Straße (damals Teil der Chemnitzer Straße), der Strehlener Straße, der Ackermannstraße und der Bergstraße sowie der Achse entlang der heutigen Fritz-Löffler- und Münchner Straße, von dem ein Ast zum Nürnberger Ei abzweigt. Heute verkehren lediglich noch die Linie 11 auf der Ackermannstraße sowie auf der Fritz-Löffler-Straße die Linien 3 (nach Coschütz) und 8 (zum Nürnberger Ei). Durch Buslinien werden die Budapester (Linie 82) und die Bergstraße (Linien 72 und 76) erschlossen.

Bebauung & Wohnen
Wegen der teilweisen Zerstörung 1945 findet man heute in der westlichen Südvorstadt (viele Dresdner verbinden nur mit diesem Teil den Namen Südvorstadt) 2 Baustile bzw. Bauepochen verzahnt vor (allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten): Stadtvillen aus der Zeit vor 1945 und Blockbebauung der 1950/60er Jahre, alle inzwischen fast vollständig saniert. Bemerkenwert ist auch die parkartige Gestaltung der Wohnhöfe der Nachkriegsbebauung. An der Budapester Straße wird der Stadtteil durch eine gigantische 11-geschossige Wohnwand (um 1980) begrenzt.

Die in geschlossener (Gründer-) Bauweise entstandene östliche Südvorstadt war 1945 weitgehend zerstört wurden, die südlich der Reichenbachstraße befindliche und recht vorstädtisch wirkende Siedlung um 1930 blieb hingegen verschont. Auf dem zerstörten Areal entstanden in DDR-Zeiten 2 große Studentenwohnheime und eine 10-geschossige Wohnbebauung beidseitig der Fritz-Löffler-Straße sowie an der Strehlener Straße ein inzwischen saniertes Karree 6-geschossiger Plattenbauten und mehrere Bürogebäude. Die nach 1990 angedachte Umgestaltung zur City-Süd konnte bisher mangels Bedarf nicht verwirklicht werden, stattdessen entstand hier eine erste sehr modern gehaltene Eigenheimsiedlung, das sog. Lukasareal.

Gesundheitswesen & Seniorenheime

Kirchen & Religionsgemeinschaften

Kultur & Freizeit

Einkaufen & Einkehren
Am Nürnberger Ei existiert ein lokales Einkaufsviertel, dessen Bedeutung vor ein paar Jahren durch Geschäftschließungen und Verkehrsprobleme gesunken war, ein Prozess, der inzwischen umgekehrt werden konnte. Um das Nürnberger Ei hat sich eine kleinere (Studenten-)Kneipenszene entwickelt.
Am Hauptbahnhof befindet sich im Gebäude der ESAG ein kleines EKZ mit Supermarkt und etlichen Spezialgeschäften, u.a. einem Elektronik-Großanbieter. Weitere Supermärkte im Stadtteil ergänzen diese Angebote.

Lernen & Bilden

Arbeiten
Im Stadtteil existieren als große Arbeitgeber die Technische Universität und die Hochschule für Technik und Wirtschaft sowie verschiedene Bürokomplexe in der Südvorstadt-Ost (u.a. Projektierungsbüros, Finanzämter).


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