Stadtteil im  Ortsamt Blasewitz. Der "statistische Stadtteil" 52 Blasewitz, zu dem neben Blasewitz im engeren Sinn auch der (historische) Ortsteil Neugruna gehört, ist insgesamt praktisch identisch mit der Gemarkung Blasewitz. Blasewitz gehört seit 1921 zu Dresden.

Geschichte
Der 1350 erstmalig als Blasenwicz erwähnte Ort ist aus einem sorbischen Rundweilerdorf hervorgegangen, der heutige Schillerplatz war der Dorfmittelpunkt. Der Dorfgasthof und sein Sommerschankhaus an der Elbe, der heutige Schillergarten, war bereits 1683 eine kurfürstliche Schenke. Hier hielt sich Friedrich von Schiller 1785/87 auf, die Wirtstochter war Vorbild für seine "Gustel von Blasewitz".

Im 19. Jahrhundert entstanden um das alte Dorf vornehme Villenviertel, die repräsentativsten westlich des Ortes um den heutigen Waldpark. Hier ließen sich vorrangig Fabrikanten, Staatsbeamte, Künstler und Wissenschaftler nieder. 1850 entstand eine kleine neugotische Schule, die später ins Anfang des 20. Jh. erbaute Blasewitzer Rathaus (heute Ortsamt) integriert wurde. 1874 wurde der Waldpark auf Betreiben von Arthur Willibald Königsheim, dem Gründer des Waldparkvereins, angelegt. 1891-93 entstand die wohl bekannteste Elbbrücke Dresdens, das sogenannte "Blaue Wunder", die Blasewitz mit dem gegenüberliegenden Stadtteil Loschwitz verbindet.

1921 wurde Blasewitz nach erbittertem Widerstand eingemeindet. Im letzten Krieg gab es "nur" punktuell Zerstörungen, so z.B. die Nordseite des Schillerplatzes und die Gegend um den Königsheimplatz. Auf der langjährigen Frei- bzw. Parkplatzfläche wurde 2000 die SchillerGalerie eröffnet, die dem gleichnamigen Platz wieder den Charakter eines auch für die Gesamtstadt bedeutsamen Stadtteilzentrum brachte. Die Lücke auf der Nordseite wurde durch die Stadtsparkasse mit einem Wohn- und Geschäftshaus geschlossen.

ÖPNV einst & jetzt
Zwischen der Altstadt und Blasewitz verkehrte Dresdens erste elektrische Straßenbahnlinie. Bis 1945 war der Stadtteil mit einem dichten Netz von Straßenbahnlinien überzogen, von dem danach nur noch die heutige Ost-West-Erschließung und bis etwa 1970 die Strecke nach Pillnitz übriggeblieben waren. Blasewitz ist heute durch 2 Straßenbahn- (Linien 6 und 12) und mehrere Buslinien mit dem Stadtzentrum, der Neustadt und allen anderen Richtungen gut erschlossen.

Bebauung & Wohnen
Blasewitz erstrahlt nach der Sanierung der meisten seiner Villen wieder in vollem Glanz und zählt heute erneut zu den besten und begehrtesten Wohnlagen der Stadt. Besonders im westlichen Teil befinden sich viele repräsentative Villen mit zum Teil überdurchschnittlich großen Grundstücken. Das frühere Waldparkhotel ist heute eine Senioren-Residenz.
Im südlichen und östlichen Teil befinden sich kleinere Villen, zum Teil im ländlichen Stil, auch vereinzelt Wohnblöcke der 1960er Jahre in Kriegslücken. In Neugruna ähnelt die Bebauung eher den Stadtvillen der benachbarten Ortsteile Striesen und Tolkewitz.

Gesundheitswesen & Seniorenheime

Kirchen & Religionsgemeinschaften

Kultur & Freizeit
In der Schillergalerie befindet sich ein Großkino. Blasewitz hat durch den Waldpark (dort Tennisanlagen) und die Elbwiesen einen besonderen Erholungswert, an der kleinen Uferpromenade am Blauen Wunder befindet sich eine Anlegestelle der Dampfschifffahrt.

Einkaufen & Einkehren
Einkaufszentrum ist der
Schillerplatz mit einer Vielzahl kleinerer und mittlerer Geschäfte und die sich südlich anschließende Schillergalerie. Am Platz befinden sich in Elbnähe mehrere stadtbekannte Gaststätten, so der Schillergarten, das Café Toskana und die Villa Marie.

Lernen & Bilden

Arbeiten
Im Stadtteil gibt es kaum größere Arbeitgeber, aber eine Vielfalt von Praxen, Büros, Pensionen, Geschäften usw. In den Villen residieren oftmals kleinere Firmen oder Vertretungen von überregionalen Unternehmen.


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