Stadtteil in der Gemarkung und im  Ortsamt Neustadt. Das früher auch Antonstadt genannt Viertel bildet den "statistischen Stadtteil" 11 Äußere Neustadt.

Dieser Teil der Neustadt ist heute das Szeneviertel Dresdens mit rund Einhundert Kneipen aller Art, Kleinkunstbühnen, Ateliers und ausgeflippten Läden für vorrangig junge Leute. Die Äußere Neustadt hat aufgrund ihrer geringen Zerstörungen im zweiten Weltkrieg Zentrumsfunktionen mit "Altstadtflair" übernommen. Sie zählt heute wegen der vielseitigen Angebote und des multikulturellen Flairs zu den begehrtesten Wohnlagen Dresdens, gibt es hier doch trotz der vielen Kneipen sehr ruhige und wunderbar sanierte Wohnhöfe.

Geschichte
Im Mittelalter wurde das Gebiet "Der Sand" genannt, hier gab es Acker- und Weinbau. Nach dem 30jährigem Krieg aufgelassen, wurde das Land ab 1744 zur Bebauung freigegeben. Im Zuge der früheren Landstraßen nach Königsbrück und Bautzen entstanden bereits damals zahlreiche Gasthöfe, aber auch Gärten und Bäder wie das Lincksche Bad. Das Viertel war bereits damals schon einmal ein beliebtes Vergnügungsviertel. Nach dem Siebenjährigem Krieg entstanden zwei Gemeinden des "Neuen Anbaus auf dem Sande": eine Rats- und eine Amtsgemeinde.

Die ältere Bebauung dieser Viertel wiech in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der heute noch fast geschlossen vorhandenen Gründerzeitbebauung, die dem Quartier bis heute sein Flair gibt.

Um 1910 hatte das Viertel mit 40.000 Bewohnern seine wohl größte Einwohnerzahl erreicht, heute leben im gesamten Ortsamt rund 30.000 Menschen. Nach 1970 setzte aufgrund der einseitigen Baupolitik der DDR zugunsten von Plattensiedlungen der Verfall ganzer Straßenzüge ein. Gegen den geplanten Abriss machte sich bereits Ende der 1980er Jahre Widerstand bemerkbar, das Ende der DDR rettet den Stadtteil vor der Vernichtung. 1991 wurde die Äußere Neustadt zum Sanierungsgebiet erklärt, in kürzester Zeit entwickelte sie sich -fast im Selbstlauf- zum beliebtesten Kneipenviertel Dresdens und übernahm zumindest für diesen Part Funktionen eines seinerzeit immer noch nicht existierenden geschlossenen Stadtzentrums.

ÖPNV einst & jetzt
Das Stadtviertel ist seit dem Beginn des Straßenbahnzeitalters gut durch die Hauptlinien auf der Königsbrücker (traditionell Linien 7 und 8) und Bautzner Straße (ebenso traditionell die Linie 11) erschlossen.

Durch das Kerngebiet des Szeneviertel führt die Linie 13, die es aber besonders an Wochenenden abends schwer hat, sich durch die engen Straßen, die (zu-)parkenden Autos und die vielen Kneipengänger ihren Weg zu bahnen.

Deshalb eine Bitte an alle Besucher des Szeneviertels: möglichst ohne Auto kommen oder zumindest dieses ordnungsgemäß am Rande des Viertes abstellen - ein paar Schritte nach einem Bier tun auch ganz gut!

Bebauung & Wohnen
Die Äußere Neustadt ist eines der größten geschlossenen Gründerzeitviertel in Deutschland, manche Quellen sprechen gar vom größten seiner Art. Seit 1990 wurden inzwischen rund 80% der Gebäude saniert, daneben gibt es einige mehr oder weniger gelungene Lückenschließungen, die sich aber weitestgehend ins Gesamtbild einfügen.
Die Äußere Neustadt ist ein förmliches Sanierungsgebiet.

Gesundheitswesen & Seniorenheime

Kirchen & Religionsgemeinschaften

Kultur & Freizeit
Das Stadtviertel ist von vielfältiger Kleinkunst und Szene geprägt, herausragend die "Scheune", regelmäßig Live-Musik in verschiedenen Kneipen, gelegentliche Veranstaltungen im "Orpheum", Travestieprogramm im ehemaligen Werksgelände von Pfund's Molkerei, Kinderzoo Panama (Görlitzer Straße), das projekttheater (), die Galerievielfalt auf der Kamenzer Straße, Weiterbildung beim Herbert-Wehner-Bildungswerk u.v.m.

Einkaufen & Einkehren
An der Rothenburger, der Luisen- und der Bautzner Straße, aber auch an allen anderen Straßen des Viertels findet der Besucher eine Vielzahl von trendigen Geschäften, auffallend in der Neustadt ist der relativ geringe Anteil von Filialisten. Ein sehr sehenswertes Quartier ist der Kunsthof.
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Entlang des Kreuzes Louisen- und Alaunstraße, aber auch an der Görlitzer, der Böhmischen und Bautzner Straße sowie am Martin-Luther-Platz konzentrieren sich insgesamt etwa 110 Kneipen allen Coleurs. Hier eine Auswahl:

Lernen & Bilden
Im Stadtteil befinden sich eine Grundschule und ein Gymnasium sowie die Mittelschule der ESB mediencollege GmbH (staatlich genehmigte Ersatzschule). Die nächste reguläre Mittelschule befindet sich in der benachbarten Leipziger Vorstadt.

Arbeiten
Arbeitgeber sind vor allem Handel und Gastronomie, kleinere Büros, aber auch Handwerk und Produktion, oftmals traditionell in Hintergebäuden bzw. -höfen (Beispiel Dentalkosmetik).


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