Stadtteil im  Ortsamt Altstadt, gehört zur Gemarkung Altstadt I und bildet zusammen mit der Seevorstadt-West den "statistischen Stadtteil" 04 Wilsdruffer Vorstadt/Seevorstadt-West.

Geschichte
Die Wilsdruffer Vorstadt entstand aus den alten Vorstadtgemeinden Poppitz, Fischersdorf, Gerbergemeinde und Viehweidengemeinde. Im Mittelalter waren diese Siedlungen die bevölkerungsreichsten und wirtschaftlich bedeutendsten Vorstädte Dresdens. Grundlage für viele gewerbliche Ansiedlungen war der Weißeritzmühlgraben, Ende des 14. Jahrhunderts gab es 12 verschiedene Mühlen. In späteren Jahren entstanden hier wichtige städtische Einrichtungen wie die Annenkirche als erste bedeutsame Vorstadtkiche, die Annenschule und das Ehrlichsche Stift zur Unterstützung armer Erwachsener und armer Kinder sowie das Maternihospital, aus denen das heutige Elsa-Fenske-Heim hervorgegangen ist.

Daneben gab es gewerbliche Betriebe wie der Silberhammer und eine Glashütte, in der heutigen Alfred-Althus-Straße wurde die erste Gasbeleuchtung einer deutschen Stadt eingeführt. 1895 und 1900 entstanden die Vorläufer des späteren Kraftwerkes Mitte, welches bis 1993 in Betrieb war. 1945 wurde der Stadtteil stark zerstört, lediglich in Nähe des Bahnbogens blieben einige Straßenzüge zumindest teilweise erhalten (Maxstraße, Grüne Straße, Schützengasse). Weite Teile wurden mit reiner Wohnbebauung in den 1960er Jahren neu errichtet und bilden heute mit der Seevorstadt-West eine bauliche (und statistische) Einheit.

ÖPNV einst & jetzt
Der Stadtteil wird durch Straßenbahnlinien auf 3 Radialstrecken und einen Teil des 26er-Ringes sowie 2 Buslinien gut erschlossen. Das Straßenbahnnetz entspricht bis auf eine größere Verlegung in den 1970er Jahren von der Annenstraße auf die sog. Neue Freiberger Straße dem historisch gewachsenen Netz.

Bebauung & Wohnen
Der südliche Teil ist ein fast reines Wohngebiet der 1960er-Jahre mit ruhigen Wohnhöfen, aber auch das World Trade Center und ein Altersheim liegen hier.

Der nördliche Teil ist durch Gewerbe-, Verwaltungs- und Kulturbauten geprägt: Haus der Presse, Bürokomplexe an der Könneritzstraße, Gewerkschaftshaus, Theaterwerkstätten, Kongresszentrum, Schauspielhaus, Stadthaus. An der Schützengasse haben sogar einige Gebäude mit mittelalterlich-kleinstädtischem Flair den 2. Weltkrieg überstanden, so u.a. das heutige Umweltzentrum und das Schießhaus.

Gesundheitswesen & Seniorenheime

Kirchen & Religionsgemeinschaften
Sehenswert ist die barocke Annenkirche, bis zur Zerstörung 1945 befand sich im Stadtteil außerdem die Jakobikirche.

Kultur & Freizeit
Direkt an der Grenze zur Inneren Altstadt liegt das 1913 errichtete Schaupielhaus, im Stadtteil befinden sich die beiden Kabaretts "Herkuleskeule" und "Breschke & Schuch", das Theater "Wechselbad" im ehemaligen Arbeitsamt sowie die Komödie im World Trade Center.

An der Elbe liegt das 2004 eröffnete Kongresszentrum.

Einkaufen & Einkehren
Von gesamtstädtischer Bedeutung ist die Shopping Mall des World Trade Center mit Supermärkten, Spezialgeschäften und mehreren Gaststätten. Daneben gibt es kleiner Einkaufszentren von nur örtlicher Bedeutung, eine nach der Wende im Enstehen begriffene geschlossene Ladenstraße an der Könneritzstraße blieb in den Anfängen stecken. In den wenigen Vorkriegsgebäuden -zum Teil noch aus der Mittelalter- befinden sich Spezialitätengaststätten, so u.a. im historischen Schießhaus und im Umweltzentrum. Im Stadtteil befinden sich auch 3 größere Hotelneubauten: Art´otel, Hotel Elbflorenz im WTC und das Hotel Maritim im Erlweinspeicher.

Lernen

Das traditionsreiche Annen-Gymnasium, im Krieg zerstört und nach der Wende in einer DDR-Schule an der Hertha-Lindner-Straße wiederbelebt, wurde vor ein paar Jahren erneut geschlossen. In diesem Gebäude ist heute die Dresden International School zu Hause.

Oberschulen befinden sich in den benachbarten Stadtteilen Südvorstadt und Seevorstadt. Die nächtsgelegenen Gymnasien liegen in der Pirnaischen Vorstadt und ebenfalls in der Südvorstadt.

Arbeiten
Arbeitsstätten befinden sich vorrangig im
World Trade Center und in den Büro- und Verwaltungsgebäuden im nördlichen Teil dieses Stadtteiles: 2 Tageszeitungen im Haus der Presse, im Sächsichen Landtag, im Gewerkschaftshaus, in der Stadtverwaltung (Ortsamt und mehrere Ämter), daneben in Theatern sowie im Hotel- und Gastronomiegewerbe.


Internet