Stadtteil im Ortsamt Klotzsche. Die "statistischen Stadtteile" 31 Klotzsche, wozu neben Klotzsche im engeren Sinn auch der Ortsteil Königswald gehört, und 33 Industriegebiet Klotzsche sind zusammen etwa identisch mit der Gemarkung Klotzsche. Klotzsche gehört seit 1950 zu Dresden.

Geschichte
Der Ortsteil Klotzsche wird erstmalig 1309 als "Kloizowe", d.h. slawisch Rodung oder Quelle, erwähnt. Der älteste aus slawischer Zeit, etwa aus dem 6. Jh. stammende Ortsteil wurde als Rundling, die spätere deutsche Erweiterung im 12. Jh. als Straßenangerdorf angelegt. 1802 vernichtete ein Brand die Dorfkirche und Teile des Ortes, der zu jener Zeit 350 Einwohner zählte. Die erst 1811 wiedererrichtete heutige Alte Kirche und die aus jener Zeit stammende Bebauung zeigen noch heute die dörfliche Wohn- und Bauweise der Klotzscher Bevölkerung. Nach dem letzten großen Brand 1868 errichteten einige Bauern ihre Anwesen außerhalb des alten Dorfes an der heutigen Oderstraße, am Dörnichtweg und an der Klotzscher Hauptstraße. All diese Teile zusammen bilden heute das "alte Klotzsche" und hatten 1880 zusammen 1321 Einwohner. Erst 1875 wurde an der seit 1845 am Ort vorbeiführenden Sächsisch-Schlesischen Eisenbahn ein Haltepunkt "Klotzscha" eingerichtet. Seit 1883 gilt die heutige amtliche Schreibweise Klotzsche. 1884 wurde die Schmalspurbahn Klotzsche-Königsbrück eingeweiht, welche später auf Normalspur umgestellt wurde.

Zwischen dem alten Ort und dieser nunmehr Umsteigestation Klotzsche entstand zwischen 1880 und 1915 ein neuer Ortsteil mit dem Namen Königswald (in DDR-Zeiten wurde dieser Name von allen Stadtplänen getilgt). Hier ließen sich Künstler, Wissenschaftler und Beamte nieder, in den zeitgleich entstandenen Ortsteilen Schänkhübel und Alberthöhe (diese Namen sind auch heute nicht mehr gebräuchlich) quartierten sich vornehmlich Sommerfrischler ein. Die Einwohnerzahl stieg auf 4511 an. In jener Zeit entstanden das neue Rathaus, die Christuskirche, mehrere Schulneubauten, das König-Friedrich-August-Bad im Prießnitzgrund und die Erweiterung des Bahnhofes, auch der Klotzscher Waldpark wurde angelegt. Der Ort hatte in jener Zeit den Status eine Kurortes.

Ab 1903 fuhr kurzzeitig der erste Dresdner O-Bus, die sog. Haide-Bahn, nach Klotzsche, 1911 die Straßenbahn zunächst bis Schänkhübel. 1927 wurde von Tessenow u.a. die Landesschule errichtet, 1934 mit dem Bau des Flughafens begonnen.

1935 erhielt Klotzsche Stadtrecht, im gleichen Jahr wurden der Wasserturm und der Flughafen eingeweiht. Von den anglo-amerikanischen Fliegerangriffen am Ende des 2. Weltkrieges war Klotzsche verschont geblieben, dafür richteten im Mai 1945 sowjetische Bomber mittelschwere Zerstörungen in den Wohngebieten an. 1950 wurde Klotzsche auf Beschluss des "Rates der Stadt Dresden" eingemeindet (ob Klotzsche gefragt wurde, steht nicht in den Quellen). In den 1950er Jahr war Klotzsche von der Flugzeugindustire der DDR geprägt, der Absturz einer Maschine des Typs 152 bei Ottendorf-Okrilla war ein schwerer Rückschlag. In den 1960-80er Jahren wurden bis auf die Flugzeugwerft andere Industrien angesiedelt, Heute werden in Klotzsche Teile des Airbusses gefertigt, und trotz aller wirtschaftlichen Probleme ist der gesamte Ortsamtsbereich Klotzsche immer noch das Gebiet mit der höchsten Quote vor allem moderner Industrie in der Stadt Dresden. 2001 erfolgte die Übergabe des neuen Flughafen-Terminals in einer umgebauten Werkhalle der früheren Werft.

ÖPNV einst & jetzt
Klotzsche ist seit 1911 (mit Einführung der Liniennummern durch die Linie 7) direkt mit dem (heutigen)
Szeneviertel Neustadt und der Innenstadt verbunden. Die Klotzscher Strecke wurde 1928 ins benachbarte Lausa (heute Weixdorf) verlängert, das andere Linienende befindet sich seit Jahrzehnten in Wölfnitz bzw. verlängert in Gorbitz. Diese Nummerierung war nur kurzzeitig mit der Linie 8, die fast ebenso lang ins benachbarte Hellerau f&uum.;hrt, getauscht wurden.
Klotzsche wird außerdem durch mehrere Buslinien erschlossen bzw. mit den Nachbarstadtteilen verbunden.

Bebauung & Wohnen
Klotzsche besteht baulich aus 2 Teilen: Altklotzsche um die heutige gleichnamige Straße mit seinem dörflichen Charakter und die Villenvorstadt Königswald. In letzterer liegt entlang der Königsbrücker Landstraße das heutige Ortszentrum mit Kurhaus, Läden und Gaststätten. Daneben existieren am Rande des Villenviertel eine WBS-70-Plattensiedlung sowie mehrere Nachwendewohnquartiere, so u.a. der hier überdimensionierte Fontane-Wohnpark, aber auch moderne Reihenhaussiedlungen.

Gesundheitswesen & Seniorenheime

Kirchen & Religionsgemeinschaften

Kultur & Freizeit
östlich von Klotzsche liegt das große Naherholungsgebiet der Dresdner Heide.

Einkaufen & Einkehren
Neben den traditionellen Einkaufsmöglichkeiten an der Königsbrücker Landstraße gibt es mehrere Supermärkte und ein Einkaufszentren von lokaler Bedeutung (Fontane-Center). Letztlich liegen auch die neuen Geschäfte in der Flughafen-Mall auf Klotzscher Gebiet. Im Stadtteil findet man Hotels, Pensionen und etliche teils traditionsreiche Gaststätten.

Lernen

Arbeiten
Auf Klotzscher Gebiet gibt es mehrere größere Firmen bzw. Gewerbegebiete: der
Flughafen mit seinen Nachfolge-einrichtungen, das Infineon-Werk sowie der Technologiepark MicroPolis auf dem Gelände der früheren Flugzeugwerft.


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