Stadtteil im  Ortsamt Plauen.
Der "statistische Stadtteil" 86 Plauen ist praktisch identisch mit der Gemarkung Plauen, welche seit 1903 zu Dresden gehört.

Geschichte
Plauen wurde 1206 erstmalig erwähnt, im gleichen Jahr wie die Stadt Dresden. Der Name leitet sich vom Altsorbischen plaviti = Schwemmen oder flößen ab. 1541 wurde eine Röhrwasserleitung von Plauen bis zum Dresdner Residenzschloss und zur Apotheke auf dem Altmarkt angelegt. Die später insgesamt 25 solcher Röhrfahrten wurden bis 1888 genutzt.
1761 mussten die Bauern des Sackgassendorfes Plauen bei der Enttrümmerung Dresdens helfen.

1845 wurde die Chemnitzer Straße als Chaussee angelegt, 1855 die Albertbahn, deren erster Bahnhof noch in Nähe der Felsenkellerbrauerei lag. Tradition hatte in Plauen der Mühlenbetrieb, die erste Mühle stand bereits 1366. 1541 wurde eine Walkmühle, 1571 eine Mahlmühle errichtet. Noch heute erinnert der Name Hofmühlenstraße an diese Ära (). Die Mitte des 19. Jahrhunderts nach Aufhebung des Mahlzwanges verwahrloste Mühle pachtete 1852 der Eschdorfer Müller
Traugott Bienert. 1872 kaufte er den Betrieb, führte technische Neuerungen ein und half auch Plauen zu einem beträchtlichem Aufschwung. 1874 baute er eine Gasanstalt, 1876 eine Wasserleitung und 1883 eine "Kinderbewahranstalt", die auch heute noch als Kindergarten existiert.

In dieser Zeit entstanden in Plauen 2 Brauereien (Zum Felsenkeller und zum Lagerkeller, später Falkenbrunnen), Schokoladenfabriken, Molkerei, aber auch andere Industrien, die sich insbesondere zwischen Chemnitzer Straße und Bahnlinie ansiedelten. 1893 errichteten Lossow und Viehweger das neue Plauener Rathaus (heute Sitz des Ortsamtes Plauen), 1902/04 bauten sie die Auferstehungskirche grundlegend um.

Im Anschluss an das alte Dorf entstand Ende des 19. Jahrhunderts an der Zwickauer Straße ein Gründerzeitgebiet in geschlossener Bauweise, während sich südöstlich davon den Hang hinauf ein größeres Villenviertel mit den hier typischen kleineren Würfelhäusern entwickelte.

1903 wurde Plauen eingemeindet. Etwa zwischen 1910 und 1930 erfolgte der Bau der Wohngebiete um die Münchner Straße und in Hohenplauen. 1945 wurde in Plauen nur relativ wenig zerstört, die Strukturen blieben erhalten, ergänzt durch einzelne "AWG-Scheunen" um die Bienertstraße sowie Neu- bzw. Wiederaufbau zwischen Münchner und Nöthnitzer Straße. Nach der Wende wurde das bis dahin nur provisorisch durch Ladenflachbauten genutzte Ortsteilzentrum an der Chemnitzer Straße neu bebaut.

ÖPNV einst & jetzt
Bis 1945 besaß Plauen ein dichtes Straßenbahnnetz, am Rathaus kreuzten sich die Linien von Altplauen (Anschluss an die Hainsberger Linie) über die Nöthnitzer und Münchner Straße ins Stadtzentrum und die von Coschütz/Gittersee über den Plauenschen Ring und die Chemnitzer Straße ebenfalls ins Zentrum. 1945 wurden die Äste von Altplauen und Coschütz "kurzgeschlossen", die anderen aufgelassen. Einige Jahre später wurde der Straßenbahnbetrieb auf der Münchner Straße bis zum Endpunkt Nöthnitzer Straße wieder aufgenommen.

2000 wurde auch die Trasse von Altplauen über den Plauenschen Ring stillgelegt, dafür wurden Coschütz und Hohenplauen über eine neue Verbindung durch die frühere Lehmgrube zum bisherigen Endpunkt Nöthnitzer Straße nunmehr direkt und schnell mit dem Zentrum verbunden, das Gebiet um das Ortsteilzentrum wird durch 2 Buslinien erschlossen.

Bebauung & Wohnen

Plauen besteht aus 3 strukturmäßig unterschiedlichen Teilen: einem geschlossenen Gründerzeitviertel um die Zwickauer Straße mit Resten des alten Dorfkernes am Rande, ein den größten Teil Plauens einnehmendes Stadtvillenviertel, welches sich nahtlos an die Südvorstadt anschließt und den Hang bis nach Coschütz einnimmt sowie am östlichen Rand ein etwa zwischen 1920 und 1955 errichtetes Gebiet mit kommunalen und Genossenschaftswohnungen in offener Zeilenbebauung. Daneben gibt es in Hohenplauen eine kleinere Einfamilienhaussiedlung.

Gesundheitswesen & Seniorenheime

Kirchen & Religionsgemeinschaften

Kultur & Freizeit
Veranstaltungen finden in der Auferstehungskirche statt, Fichteturm und Fichtepark sowie die Promenade entlang der Straßenbahntrasse am Westendring dienen der Naherholung.

Einkaufen & Einkehren
Es gibt nur ein kleines aber gut frequentiertes Einkaufsviertel um den F.-C-Weiskopf-Platz. Während sich die angrenzende Chemnitzer Straße seit der Wende relativ gut entwickelt hat, befindet sich die nahe Zwickauer Straße in einer Art Dornröschenschlaf. Auch der nahe Komplex "Falkenbrunnen" erfüllt bezüglich der Geschäfte nicht die in ihn gesetzten Erwartungen.

In Plauen hat sich nach der Wende eine recht vielfältige Kneipenszene entwickelt.

Lernen & Bilden

Arbeiten
In Plauen gibt es kaum noch Industrie, einige frührere Industriegebäude wie Teile der
Bienertmühle oder der Schokoladenfabrik (Schwerterhaus) beherbergen Büros, in Nähe Stadtbahntrasse an der Nöthnitzer Straße haben sich mehrere Forschungsinstitute angesiedelt.

Behörden


Internet