Stadtteil im  Ortsamt Cotta. Zu statistischen Zwecken wird Löbtau in die "statistischen Stadtteile" 92 Löbtau-Süd und 93 Löbtau-Nord eingeteilt, das Gebiet ist in etwa identisch mit der Gemarkung Löbtau. Löbtau gehört seit 1903 zu Dresden.

Geschichte
Löbtau, dass bereits 1068 als Livbitvwa (altsorbisch: Leute eines Lubeta) erwähnt wird, ist ein auf einer alten slawischen Siedlung errichtetes Platzdorf. Der Ort war viele Jahrhunderte ein reiches Bauerndorf mit fetten Weiden und viel Vieh. Aus diesem Fakt leitet sich wohl die volkstümliche Bezeichnung "Kuh-Löbte" ab. An der Kreuzung Tharandter und heutiger Kesselsdorfer Straße, auch früher schon ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, stand bis 1837 das profitabelste Einnehmerhaus Sachsens. Ab Mitte des 19.Jh. wandelte sich der Charakter des Ortes vom Dorf zur Arbeitervorstadt. Im Jahr der Eingemeindung 1903 hatte Löbtau 39.000 Einwohner und war daher eine der größten (Land-)Gemeinden Sachsens. Trotz der hohen Bevölkerungszahl war und ist Löbtau ein Stadtteil in aufgelockerter offener Bauweise, geprägt von sog. "Kaffeemühlenhäusern", den für Dresden typischen Stadtvillen mit quadratischem Grundriss.

Die Kesselsdorfer Straße mit teilweise auch geschlossener Bebauung wurde eine wichtige Einkaufsstraße. Im 2. Weltkrieg wurde "nur" der stadtnahen Bereich der Kesselsdorfer Straße schwer getroffen, so das Rathaus und die Friedenskirche. Die Kriegsschäden waren aber - verglichen mit der Innenstadt - eher gering, so dass sich Lötau (neben anderen Stadtteilen) zu einer Art Ersatzzentrum entwickelte. Der Wiederaufbau der in DDR-Zeiten mit Provisorien ("Konsument" u.a.) versehenen unteren Kesselsdorfer Straße geht auch nach der Wende nur schleppend voran. So wechseln sich heute attraktive Geschäftsneubauten mit brachliegenden und vor sich hingammelnden Grundstücken ab. Hingegen sind die überwiegend erhaltenen Stadtvillen liebevoll saniert wurden und machen ganz speziell um den Bonhoefferplatz mit ihren Klinkerfassaden einen noblen Eindruck. Dazu trägt auch die jüngst erfolgte umfassende Sanierung des Platzes und der Reisewitzer Straße positiv bei.

ÖPNV einst & jetzt
Löbtau wird traditionell durch die Straßenbahn gut erschlossen und ist mit dem Stadtzentrum über 2 Strecken verbunden. Allerdings wurde 2000 die früher bedeutende Strecke entlang der Tharandter Straße eingestellt und durch Bus ersetzt. Diese Trasse war der Rest der ehemals wichtigen Verbindung nach Freital bzw. Hainsberg und führte seit den 1970er Jahren nur noch zum Seitenast nach Coschütz. Heute enden um den Knoten Kesselsdorfer Straße/Tharandter Straße mehrere Buslinien.

Bebauung & Wohnen
Vom alten Dorfkern in Löbtau-Nord sind nur noch Reste übrig, die keinen geschlossenen Eindruck des alten Dorfes mehr vermitteln. Beidseitig der nach wie vor belebten Kesselsdorfer Straße liegen die Stadtvillenviertel Löbtau-Süd und -Nord, welche inzwischen überwiegend saniert wurden. Um den Bonhoefferplatz und den Conertplatz konzentrieren sich besonders schöne Gründerzeitbauten mit Klinkerfassaden, im Gegensatz zu den umliegenden Straßen hier teilweise in geschlossener Bebauung. An letztgenannten Platz beginnen die WBS-70-Blöcke der Großsiedlung Gorbitz, deren Bau hier auf Löbtauer Flur angefangen hatte.

Mitten in Löbtau-Süd liegt das ausgedehnte Areal des Neuen Annenfriedhofes.

Gesundheitswesen & Seniorenheime

Kirchen & Religionsgemeinschaften

Kultur & Freizeit
Es existieren keine nennswerten Kultur- und Freizeiteinrichtungen.

Einkaufen & Einkehren
Das Geschäftsleben konzentriert sich auf die gesamte Kesselsdorfer Straße, wobei der Löbtauer Anteil, wenn auch langsam, wieder an großstädtischem Profil gewinnt. Auch an den Anfängen der Nebenstraßen, so der Reisewitzer, Werner- und Poststraße, befinden sich etliche Läden.

An der Kesselsdorfer Straße und um den Bonhoefferplatz gibt es einige zum Teil traditionsreiche Gaststätten, Kneipen und Cafés, ebenso ist die Schnellgastronomie vertreten. Hier liegen auch mehrere kleinere Hotels.

Lernen & Bilden

Die nächsten Gymnasien befinden sich im den banachbarten Stadtteilen Cotta und Plauen.

Arbeiten
Löbtau ist durch Gewerbeansiedlungen im Bereich des Weißeritzverlaufes und der Fabrikstraße (Beispiele ehemalige Konsumfabrik, modernes Wärmekraftwerk, DGH ...) sowie entlang der Kesselsdorfer Straße (Handel, Handwerk und Kleingewerbe aller Art) geprägt.


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