Stadtteil im  Ortsamt Loschwitz. Für statistische Zwecke werden Weißer Hirsch (einschließlich dem nördlichen Teil von Loschwitz um den Luisenhof), Bühlau und Rochwitz zum "statistischen Stadtteil" 42 Bühlau/Weißer Hirsch zusammengefasst.

Die Gemarkung Weißer Hirsch umfasst nur einen kleinen Teil des landläufig größer gesehenen Stadtteiles, zu dem gewöhnlich auch die oben erwähnten Teile der Gemarkung Loschwitz gerechnet werden. Dieses Viertel, aber auch die Anhöhe auf der anderen Seite der Grundstraße, werden umgangssprachlich oft als Oberloschwitz bezeichnet wird. Weißer Hirsch gehört seit 1921 zu Dresden.

Geschichte

Im Gegensatz zu allen anderen Ortsteilen des Ortsamtsgebietes ist der Weiße Hirsch nicht aus einem mittelalterlichem Dorf hervorgegangen. 1572 befand sich hier eine Bierschänke. Erst 1664 begann die Besiedlung, als auf dem bisher wüsten Flecken ein Weinberg angelegt wurde und die Schänke zum Winzerhaus umgebaut wurde. Im Weinberg ließ der Kurfürstliche Kapellmeitser Christoph Bernhard eine neue Schankwirtschaft bauen, die er "Zum Weißen Hirsch" nannte und wenig später durch einen Neubau mit dem Namen "Weißer Hirsch" ersetzt wurde. 1769 bis 1802 befand sich hier eine Holländer-Windmühle, nach 1775 siedelten sich Häusler nieder. 1838 wurde der Ort eine selbstständige Landgemeinde. Mittelpunkt des Ortes wurde ein größeres Gut, dass später von Max Ludwig Küntzelmann zum Kurhaus umgebaut wurde, es entstanden eine Heide-Wasserleitung und eine Teichanlage, das spätere Fridabad. Dem seit 1876 tätigen Verschönerungs-Verein für Ober-Loschwitz und Weißer Hirsch ist die Anlage des Waldparkes am Rande der Dresdner Heide zu verdanken.

1888 eröffnete Dr. Heinrich Lahmann am Fridabad ein bald Weltruf erlangendes Sanatorium. 1905 kamen hierher 4000 Kurgäste. 1889 wurde die evangelische Kirche, 1898 der Waldfriedhof und 1936 die katholische Kirche "St. Hubertus" errichtet. 1921 wurde der Ort zusammen mit Loschwitz und weiteren Gemeinden an Dresden angeschlossen. 1929 besuchten 29.000 Gäste Bad Weißer Hirsch. Bereits auf Loschwitzer Gemarkung liegt der landläufig zum Weißen Hirsch gezählte Luisenhof, der "Balkon Dresdens".

ÖPNV einst & jetzt
Der Weiße Hirsch ist traditionell über die Bautzner (Land-)Straße mit einer Straßenbahnverbindung an das Szeneviertel Neustadt und die Innenstadt angeschlossen, seit Jahrzehnten wird diese Strecke von Bühlau aus mit wechselnden Endpunkten durch die Linie 11 bedient. Vor dem Krieg führte die Trasse landwärts bis Weißig und hatte dort Anschluss an eine normalspurige Kleinbahn Richtung Pirna. Gegenwärtig wird über eine erneute Verlängerung ins Gewerbegebiet Weißig mit seinem Einkaufspark nachgedacht.

Vom Luisenhof führt seit 1895 die Standseilbahn hinab zum Loschwitzer Körnerplatz, wo es Anschluss an weitere Buslinien gibt.

Bebauung & Wohnen
Loschwitz besteht baulich aus dem kompakten Stadtteilzentrum um die Bautzner Landstraße und offener Villenbebauung südlich von davon. Das Ortszentrum erhilet in den letzten Jahren eine deutliche Aufwertung, kommt aber wegen des weiteren Verfalls des ehemaligen Lahmanns Sanatoriums und des Fehlens größerer Hotels noch nicht an frühere Bedeutung heran. Dennoch hatte der Ortsteil immer eine gewisse Bedeutung für den Fremdenverkehr, davon zeugen Dutzende Pensionen und kleinere Hotels, die zum Teil Kriegs- und DDR-Zeiten durchgängig überstanden haben. Unter der Villenbebauung findet man repräsentative Einzelbauwerke aller Epochen und Stile der letzten 150 Jahre. Mitten in diesem Viertel befinden sich auch die Forschungseinrichtungen der Manfred von Ardenne GmbH. Der Stadtteil zählt heute wieder zu den begehrtesten und nobelsten Wohnlagen der Stadt.

Gesundheitswesen & Seniorenheime

Kirchen & Religionsgemeinschaften

Kultur & Freizeit
Hier gibt es Kleinere Galerien und das Zentrum für Zeitgenössenschaftliche Musik. Daneben zeichnet sich der Stadtteil durch die Nähe zum Naherholungsgebiet Dresdner Heide aus. Der an die Ortslage angrenzende Teil ist der (frühere) Kurpark.

Einkaufen & Einkehren
Traditionsreiches Einkaufsviertel ist die Gegend um das frührer Parkhotel an der Bautzner Landstraße, neben dem
Luisenhof befanden bzw. finden sich hier mehrere andere bekannte Gaststätten (derzeit oft wechselnde Situation).

Lernen & Bilden

Die 59. Grundschule liegt direkt im Stadtteil Weißer Hirsch, die 61. Grundschule in Rochwitz, die nächste Oberschule in Loschwitz und ein Gymnasien im nahen Bühlau.

Arbeiten
Neben den Forschungsinstituten von Ardenne und dem Klinikum Weißer Hirsch (siehe
Krankenhäuser) gibt es keine weiteren größeren Arbeitgeber oder Konzentration auf besondere Branchen.


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