Weihnachtserinnerungen
In einem historischen Weihnachtsbuch wird u.a. über den Striezelmarkt berichtet:
«Ein anderer unvergessener Markt war der Striezelmarkt in Dresden. Er wurde schon zu einer Zeit abgehalten, als der Dresdner Stollen noch nicht der Höhepunkt aller weihnachtlichen Kuchenfeinbäckerei war und noch ganz ordinär Striezel hiess. Selbstverständlich gab es auf dem Striezelmarkt auch alles andere zu kaufen, wie auf jedem Weihnachtsmarkt. Neben den Striezeln wurden vor allem die Feuerrüpel angeboten. Feuerrüpel sind das, was man in anderen Gegenden Essenkehrer, Schornsteinfeger oder einfach den schwarzen Mann nennt. In Dresden, auf dem Weihnachtsmarkt angeboten, waren sie aus Dörrpflaumen zusammengesteckt, und es gibt kein schöneres Bild vom Verkauf dieser Feuerrüpel auf dem Striezelmarkt als das von Ludwig Richter.»
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Ein anderer Augenzeuge war Wilhelm von Kuegelgen. Er beschreibt den Dresdner Striezelmarkt im Jahre 1809 auf folgende Weise: «Wo nun die eigene Kunstfertigkeit nicht ausreichte oder es an Material fehlte, kauften wir das fehlende auf dem Weihnachtsmarkt, der in Dresden nach einem eigentümlichen Backwerke der "Striezelmarkt" genannt wird. Acht Tage vor dem Feste pflegte sich der Dresdner Altmarkt mit einem ganzen Gewimmel höchst interessanter Buden zu bedecken, die abends erleuchtet waren und grosse Augenlust gewährten. Das Glitzern der mit Rauschgold, mit bunten Papierschnitzeln und goldenen Früchten dekorierten Weihnachtsbäume, die hell erleuchteten kleinen Krippen mit dem Christuskinde, die gespenstischen Knecht Ruprechte, die Schornsteinfeger aus gebackenen Pflaumen, die eigentümlich weihnachtlichen Wachsstockpyramiden in allen Grössen ... das Gewühl der Käufer und höfliche Locken der Verkäufer, das alles regte festlich auf.» |
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Der Striezelmarkt im Stallhof auf einem Gemälde von Gerhard Schiffel |
Im Internet unter www.dresden.de/striezelmarkt